Eid der Münchner Richtersknechte:

Die richtersknecht sollen sweren: Das sy der stat und dem gericht trulichen dienen und warten bei tag und nacht auf der gassen. Und was in von gerichtz oder von rats wegen leude zu vahen enpfolhen wirdet, das sy das trulich tun und nit hinschieben. Was in auch ingehaym enpfolhen wirdet, das sy das nicht öffnen. Sy sollen auch weder durch sich selber noch ander kainen scholler nemen, weder in der stat noch ausserhalb, weder in der freyung zu sand Jacobs tage noch ausserhalb derselben, haymlich noch offenlich, in chain weiß trulich und angevärde. 

Richtersknecht, knechtische Darstellung, Reenactment, Stadtwache

 

In der militärischen Darstellung wollen wir uns an den Richtersknechten in München orientieren und unsere Recherche diesbezüglich vorwärts bringen. 

Sie waren die städtische Polizei und ihnen wurde explizit das Recht zugestanden, Waffen innerhalb der Stadt zu tragen. Der Umkehrschluss liegt nahe, dass demnach in München ein Waffenverbot herrschte. 

„rihters chnechte … die suelen tragen, swaz si wellent, ân gespitztiu swert und ân langiu messer“ 

(Pius Dirr, Denkm. RB I Art.23, S185). 

Dass man diese Waffen auch einsetzte, zeigt der Eintrag des Stadtschreibers vom 04. Januar 1465: 

Der Züchtiger Jörg Durchenpusch randaliert beim Ragkendorfer (Weinhaus) und fängt mit einem Mann namens Scharpp einen Streit an. Als die Richtersknechte Jörg Schinnagel und Thoman erscheinen und Durchenpusch festnehmen wollen, kommt es zum Kampf. 

In dessen Verlauf wird der Züchtiger von den Richtersknechten erstochen (Ratsprotokoll Nr.1, S.95r, 97v.). 


Die Richtersknechte unterstanden in Münchens Spätmittelalter dem Oberrichter, der ihnen „järlich klayder und speyß“ zu geben hatte. 

Am 29.05.1433 wurde dazu festgelegt, „das die richtersknechte, auch die zuchtiger mit ainem sold fursehen werden, der cristlnich sei“. Die Summe betrug sechs Schillinge pro Woche und es gab zu diesem Zeitpunkt vier Richtersknechte und einen Züchtiger (nach Stahleder, Chronik der Stadt München, S.292). 



In den Chroniken der Stadt finden sich immer wieder Auslagenerstattungen an die Richtersknechte, wenn diese zum Beispiel außerhalb der Stadt Aufgaben zu erledigen haben. 

12. März 1483: 5 Pfund 6 Schillinge 26 Pfennige an Zehrgeld „dem pfenntermaister, soldnern, âmern, richtersknechten, da sie dem Mächselrainer und seinen knecht zu Talkirchen in der Kirchen verhiett haben ...“ (Stahleder, Chronik der Stadt München, S.495).