Stollentruhe
Die Stollentruhe
ist wohl eines der markantesten Möbel im hohen bis späten Mittelalter. Tatsächlich gibt es noch erhaltenen Exemplare, deren Bauweise handwerkliche Vorgabe für unseren ersten Versuch war.
Mangels gespaltenem Holz dienten uns Baubohlen als Ausgangsmaterial. Allseitig gehobelt und auf Mass gebracht, konnte der Bau der namengebenden Stollen beginnen. Die hier verwendeten Werkzeuge entsprechen natürlich NICHT mittelalterlichen Originalen, die Funktion und Handhabung aber schon. An der Beschaffung guter Rekonstruktionen wird gearbeitet...
Der finale Zusammenbau war dann schon ein Erlebnis. Und ja, die Holznägel wurden mit modernem Weißleim gesichert und die Seitenwände der Truhe bestehen aus Leimholz, welches allerdings in ähnlicher Machart auch schon im MA nachweisbar ist.
Und da ist sie! Und wird gut benutzt, transportiert und als Sitzmöbel gebraucht und: hält! Und inzwischen bekam sie auch noch Griffe!
Truhenbank
Die Truhenbank
Auf allerlei Gemälden und teils auch immer wieder in Museen (z.B. im Germanischen Nationalmuseum) kann man des öfteren eine praktische Sitzgelegenheit finden. Die Truhenbank oder auch Seidelbank.
Vor einiger Zeit stießen wir dann, nebst der vorgenannten Bilder, auf das Foto einer erhaltenen Bank aus dem 15. Jhd. aus Deutschland. Die Begeisterung war groß, so begann dann auch bald, mit Erlaubnis des Besitzers, der Nachbau.
Ausschließlich mit Handwerkzeugen und mit Techniken und Methoden des späten Mittelalters fingen wir das an, was bei Wissenschaftlern wohl "experimentelle Archäologie" heißt, nur halt in unserem bescheidenen Rahmen...
Nach einigem sägen, hobeln, Schmiedenägel verbiegen und kopfkratzen sowie hilfreichen Hinweisen des Besitzers des Originals war es dann geschafft. Und: sehr bequem und praktisch!
Esstisch
Unser Esstisch
Bei unserern Recherchen stießen wir immer wieder auf den oben gezeigten Tisch aus zwei wunderschönen Böcken nebst aufgelegter Tischplatte. Die Konstruktion an sich ist nichts Außergewöhnliches, auf Gemälden immer wieder zu sehen. Aber die Böcke!!
Auch hier ging es uns darum, das Objekt der Begierde mit Techniken aus dem Spätmittelalter herzustellen. Ein genaues "abkupfern" war uns diesmal weniger wichtig, so bestehen unsere Böcke nur zum Teil aus Eiche und auch die dekorative Schnitzerei musste sich unserem Heimatstadtteil unterordnen...
Hier können Sie einen Eindruck gewinnen, wie unser Tisch mit entsprechender Deko wirkt. Und achten Sie mal auf den Vordergrund....
...auch diese Bank fanden wir toll. Das war unser erster Nachbau, allerdings wurden die ersten Schnitte in die Eiche mit einer Bandsäge durchgeführt. Der Rest aber dann schon reine Handarbeit, unpluged, wie man so schön sagt.